#FMKHISTORY

Die Brass Band Feldmusik Knutwil schafft sich in diesem Jahr zum 100-Jahr-Jubiläum ihre vierte Fahne in der Vereinsgeschichte an.

Eine Fahne zeigt die Verbundenheit und ist Erkennungszeichen. Sie steht symbolisch für Gemeinschaft und als Zeichen der Zugehörigkeit.

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1924 – 1. Vereinsfahne – Fahnenweihe vom 6. Juli 1924

«Trompeter von Säckingen» in roter Uniform auf grünem Feld – Herstellerfirma der ersten Fahne: Fraefel+Co St. Gallen

WORTGETREUER Protokolleintrag zur Fahnenweihe vom 6. Juli 1924:

«…Der 6. Juli war für unsere Feldmusik ein Ehrentag, der nicht immer wiederkehrt. Früh morgens 5 Uhr war Tagwache und Sammlung auf dem Festplatz beim Kreuz. Aber Papa Petrus machte kein freundliches Gesicht mit Blitz und Donner eröffnete es unseren grossen Tag, er dabei auch gedacht haben es seien ja nur die Knutwiler Schwarzen.

Bei der stets gastfreundlichen Familien Müller Waisenvogt und Familie Steiger Posthalter wurde üppig Gefrühstückt. 8 ¼ Uhr war wieder Sammlung zur Weihe in die Kirche. Die Musik war im Corpore vertreten und geschlossen mit unseren Dankschuldigen Ehrendamen Frl. Marie Müller, Frl. Anna Spiess, Frl. Josy Bachmann, zogen wir in unsere Pfarrkirche, wo Hochwürden Herr Pfarrer Leu die kirchliche Weihe übernahm.

Der Zufall brachte es, dass wir mit unserem Banner eine Montatsprozession mitmachen konnten, also disziplinarischer Katholizismus. ½ 12 Uhr war Abmarsch zur Abholung und Ehrung unserer Kollegen und Ehrengäste in St. Erhard. Mit klingendem Spiel zogen wir in unser festlich geschmücktes Dorf. ½ 1 Uhr war Empfang unserer lieben Patensektion Feldmusik Triengen bei Herrn Vinzenz Meier Hinterdorf. Mit leiser Freude zogen wir auf den Festplatz. Da unser ehemaliger Direktor J. Blättler ein leidenschaftlicher Kaffeesser war und auf den Ruf «kömid cho nes Kafi nä» plötzlich Spielabbruch machte (um dem unwiderstehlichen Ruf Gehorsam zu leisten), machten wir ein verdutztes Gesicht und entmutigt und ohne Kaffee hiess es wieder frisch gewagt Marsch 2. Hierauf besetzten wir unsere Plätze. Jetzt rückten unsere werten Musikgesellschaften ein wo zuerst Rikenbach auf Schusters Rappen und klingendem Spiel einrückten. Dann folgten unsere Nachbarn Feldmusik Büron, Uffikon. Hierauf erschien unsere Schwester Musikgesellschaft Knutwil wie Hühner und ohne Produktion besetzten sie wie freche Sperlinge ihren angewiesenen Platz. Jetzt erschienen unsere Parteimusiken Schötz und Grosswangen. 2 Uhr hatten sich sämtliche Vereine auf dem Dorfplatz eingefunden zur Huldigung der Gesamtaufführung des «Winkelried und Schweizer Himne» unter Leitung von Major J. Steiger Triengen. Auf den vor dem Kreuz errichteten Bodium war der offizielle Akt mit Fahnenübergabe und Begleitende des Herrn Verwalter V. Arnold Triengen im Namens der Patensektion welche stürmisch applaudiert wurde. Jetzt übernahm unser schmucke Fähnrich und beste Gönner der Musik Herrn Jos. Hodel Schreinermeister das neue Banner zum Wohle und Gedeihen des Vereins. Jetzt war Festzugsumzug mit Banner, Ehrendamen und historischer Gruppe an der Spitze. Zugsroute war vorgesehen, Oberdorf, Unterdorf gegen die Kirche und wieder auf den Festplatz, wo Petrus wieder ein griesgrämiges Gesicht machte und uns mit natürlicher Taufe beglückte. Sofort begaben wir uns auf die Bühne zur Erledigung des musikalischen Teils. «Kes Kaffi me gäu». So kam dann eine Gesellschaft nach der anderen zur musikalischen Aufführung, welches ½ 6 Uhr dauerte. Während den Aufführungen wurde das vom Festwirt Herrn K. Rölli vorzügliche Bankett serviert wo auch der gute Tropfen von Herrn B. Rütter St. Erhard genügend zur Geltung kam. Zirka 4 Uhr ergriff unser verehrter Festredner Herr Grossrat J. Bachmann St. Erhard das Wort (im markanten Worten schilderte er den Werdegang und Bestand unseres Vereins), welcher ihm dankend applaudiert wurde.

6 Uhr war Becherweihe. Anlässlich der Fahnenübergabe hatte uns Herr Verwalter V. Arnold im namens der Patensektion Feldmusik Triengen einen prachtvollen Becher als Geschenk überreicht. Bei diesem Anlasse wurde dieser mit Rütters Fendant aufs sinnreichste eingewichen. Zu dieser Zeit hatten wir ihnen als Gegengeschenk auch einen von uns gestifteten Becher überwiesen. So tauschten Pate und Kind miteinander fröhlich und kameradschaftlich ihre Becher aus, auf welchen jeder eine Widmung eingrafiert war. Jetzt hatten wir unser Tagesprogramm abgewickelt und es geht zum gemütlichen Teil wo das Tanzbein auf Gebrüder Kollers lüpfige Tanzmusik genügend auf seine Rechnung kam. Unsere werten Musikkollegen hatten da oder dorthin einen kleinen Ausreisser gemacht. Nach 7 Uhr begannen die zu unserer Ehrung hierher gekommenen Vereine an ihr Heim zu denken und zogen mit Paukenschlag und Trompetenschmetter aus unserem Dorf alle einen guten Eindruck zurücklassend. Das war nicht nur ein Tag der Ehrung sondern auch ein Tag von Arbeit und Pflichterfüllung. Vorab verdanken wir einem Jeden zur Verschönerung geholfenen Tage. Speziellen Dank gebührt unseren wohlverdienten Präsidenten Herrn Joh. Fischer für die strikte Durchführung des Festes. Ferner besten Dank den Stiftern unseres prächtigen Banners, den Ehrenmitgliedern welche uns allzeit Treu zur Seite stehn. Besten Dank unseren wohlverdienten Ehrendamen Frl. A. Spiess, Frl. M. Müller, Frl. J. Bachmann, Frl. A. Hodel und Frl. R. Albrecht für ihre vorgenommene Hauskollekte zur Stiftung des neuen Banners. Besten Dank dem Präsidenten des Ehrenkomites Herrn B. Rütter, dem Präsidenten des Organisationskomites Herrn K. Hodel, dem Festpräsidenten Herrn K. Albrecht für ihre geleisteten Dienste. Dank und Anerkennung gebührt auch der Firma Fraefel+Co Fahnenstickerei in St. Gallen für den stilischen Entwurf und Ausführung unseres Banner. Symbolisch Musika darstellend, grünes Feld, in der Mitte der «Trompeter von Säckingen» darstellend und zur Seite Kantons und Schweizerwappen. So nahm die denkwürdige Tagung einen imposanten und guten Verlauf auf den wir Zeitlebens stolz sein dürfen. Nun ist die Zeit auch vorgerückt und der Tag geht seinem Ende entgegen. Und einer nach dem anderen treu die Hand drückend mit bewussten Gedanken im Herzen geht heim zu Müttern.

…»

1954 – 2. Vereinsfahne – Fahnenweihe vom 13. Juni 1954

«Waldhorn auf dem Grund der Gemeindefarben Herstellerfirma der zweiten Fahne: Fraefel+Co St. Gallen

Willkommgruss aus dem Festführer:

«Ein herzliches Willkomm zu unserem Fest
Im kleinen, gut bekannten Nest.
Vergesst die Sorgen und die Müh’
Geniesst das Fest bis morgens früh.
Viel Frohes hört Ihr am Mittag schon
Von Bügel, Horn und Saxophon.
Im Flaggenschmuck grüsst unser Dorf
Die Musica, die lebe hoch!»

WORTGETREUER Protokolleintrag zur Fahnenweihe vom 13. Juni 1954:

«… Um unser neues Banner gut einzuführen hatten wir unser Fest gross aufgezogen und stellten eine grosse Festhütte fassend ca. 1200 Plätze.

Erster Unterhaltungsabend Freitag den 11. Juni, aber das Wetter spielte nicht gerade am besten, denn ca. abends 8 Uhr segnete uns ein heftiger Gewitterregen. Trotzdem war die Festhütte etwa ¾ ausgefüllt. Durch ein schneidiges Konzert eröffneten wir den Unterhaltungsabend, mit grossem Applaus wurden unsere Vorträge quittiert. Nach unseren Vorträgen begann der Bunte Abend mit internationalem Programm, dargeboten durch die Artisten-Gilde Zürich, die auch allen Festbesuchern einen guten Eindruck hinterliessen. Auch die Regiewirtschaft lief ziemlich gut, die wir selber führten. Bei fröhlichem und friedlichem Beisammensein, dauerte die Unterhaltung in die frühen Morgenstunden des Samstag. Wir hoffen gerne, dass dieser schöne Abend allen Festbesuchern und besonders uns Feldmusikanten in Erinnerung bleibt.

Ca. 5 Uhr kam die Polizei und übernahm die Festhüttenwache bis Sonntags-Morgens 8 Uhr, und schon wartete auch wieder ein strenger Tag auf uns Feldmusikanten. Der Tag der offiziellen Fahnenweihe ist angerückt, auch mit diesem meinte es unser Wettergott nicht am besten, es regnete fast den ganzen Tag, aber dafür blieb unsere Abendunterhaltung verschont.

Es ist tröstend anzunehmen, da der Pfarrherr von Knutwil den kirchlichen Segen unserer neuen Fahne nicht anvertraute, da dafür der göttliche Segen bei unserem Festzug unsere Fahne reichlich segnete.

Auf 1 Uhr waren die 7 Musikkorps eingeladen, alle wurden vom Empfangskomitee und den Ehrendamen mit einem Ehrentrunk empfangen. Der Festzug wurde durch Herr Lehrer Albisser aufgestellt und beim heftigen Regen marschierte der ganze Festzug in die räumige Festhütte. Eröffnung des Nachmittags-Konzert durch die Feldmusik Knutwil Marsch «Frohes Spiel» und «Fackeltanz» von Steinbeck. Nach unseren Vorträgen wurden alle anwesenden Fähnriche und unsere Ehrendamen um uns auf der grossen Bühne aufgestellt, an ihrer Spitze unsere Fahnengotte Frau Marie Rütter-Hodel und Fahnengötti und Ehrenmitglied Josef Hodel-Waltert. Nun Vorhang auf und nach einem heftigen Applaus, hatte unser verehrter OK-Präsident Seppi Rütter ein Begrüssungswort an alle anwesenden Musikvereine, Ehrenmitglieder sowie der ganzen Festversammlung. Markante und ergreifende Worte sprach er über Fahnentreue. Wie so sinnvoll und schön nahm er Abschied von unserer alten Fahne, die so manchen Sturm erlebt hat, das Totenglöcklein hat unserem Verein schon manchmal geläutet und immer wieder brachte Sie das Vereinsschifflein auch bei den heftigsten Stürmen wieder ans Ufer. Ich hoffe, dass diese schönen Abschiedsworte jedem Feldmusikant in Erinnerung sowie im Herzen bleiben. Nun entrollte eine Delegation der Patensektion Stadtmusik Sursee das neue Banner, zugleich grüsste Seppi Rütter die neue Fahne im Namen der Feldmusikanten und anvertraute Ihr die Geheimnisse des alten Banners. Seppi Rütter an dieser Stelle noch besten Dank, viele Anwesenden meinten es sei an ihm ein Feldprediger verloren gegangen. Im Auftrage der Stadtmusik sprach unser Ehrenmitglied Grossratspräsident Paul Schläpfer an die Festversammlung. Darauf schenkte uns die Patensektion das Patengeschenk in Form einer Trompete und wir übergaben ihnen als Dankbarkeit einen schönen Bächer. Inzwischen richtete unser Ehrenpräsident Hans Fischer Solothurn noch paar Worte an die Festversammlung. Mit einem schneidigen Marsch und Fahnengeflatter ging unser Fahnen Akt zu Ende. Ich hoffe, dass dieser Akt als Höhepunkt unseres Festes jedem Feldmusikant ob gross oder klein für die nächsten 30 Jahre in Herzen bleibt.

Bald begann das Festkonzert der anwesenden Vereine. In der Reihe nach Musikgesellschaften, Oberkirch, Geuensee, Knutwil, Wauwil, Büron, Triengen und die Patensektion Stadtmusik Sursee. Allen diesen Vereinen nochmals besten Dank. Ca. ½ 7 Uhr waren die Konzerte vorbei und schon rückte der letzte Unterhaltungsabend unserer Fahnenweihe.

Eröffnung wieder durch die Feldmusik. Abensunterhaltung mit internationalem Variété und Tanz-Orchester «Bob Denver» Zürich. Es war für uns eine grosse Freude in die voll besetzte Festhütte zuschauen. Auch dieser Abend war reich an Unterhaltung, alt und jung tanzten bis Morgens 3 Uhr.

Jeder Musikant wird an dieser Generalversammlung nochmals Rückblick erhalten von unserem schönen Feste und jeder muss doch sagen, dass das Fest gut bis sehr gut organisiert war. Dazu bürgen wir unserem OK-Präsident Seppi Rütter nochmals den besten Dank, sowie seinem Stabe. Auch jedes Unter-Komitee war ihrer Arbeit gewachsen, so dass wir nirgends zum Stillstand kamen. Sogar Scheff der Ehrendamen war seiner Arbeit bewusst und dort wo er ihn nicht war ging ihm der OK-Präsident zuhilfe so, dass die anspruchsvollste Dame auf die Rechnung kam.

Hiermit komme ich zum Schluss unserer Fahnenweihe. Noch allen die zu diesem schönen Feste beigetragen haben ein kräftiges vergelts Gott. Ganz besonders danken wir unserer Fahnengotte Frau Rütter und unserem Ehrenmitglied und Fahnengötti Hodel Josef. Mögen Sie noch viele Jahre über unserem Verein walten «Gott gebe es».

«Ewig Mühsal ist Segen Arbeit und Heil. Glücklich, wer sich geborgen weiss, aber des Vereines Würze ist Schweiss»

…»

1981 – 3. VereinsfahneFahnenweihe vom 12./13./15. September 1981

Zwei gekreuzte Fanfaren auf dem Grund der Gemeindefarben – Fanfaren stehen für fröhliche Klänge, welche die Feldmusik in alle Richtungen ausstreuen möchte – Herstellerfirma der dritten Fahne: Siegrist Langenthal

WORTGETREUER Protokolleintrag zur Fahnenweihe vom Samstag, 12. September, Sonntag, 13. September und Dienstag, 15. September 1981:

«… Am Samstag spielte das Wetter uns Organisatoren einen bösen Streich. Sintflutartiger Regen drohte den Standort des Festzeltes zu verändern und liess den Abend buchstäblich ins Wasser fallen.

Trotz des Galakonzertes der Swiss-Rolling Brass und der Abendunterhaltung der Original Kitzeckers wagten sich nur wenige unter das Zeltgebäude.

Am Sonntag wurde ein Festgottesdienst abgehalten und von der FM Knutwil und MG Reiden umrahmt. Anschliessend fand ein Frühschoppenkonzert der MG Reiden statt.

Am Nachmittag, bei zweifelhafter Witterung, wurde der Festzug abgehalten. Nach der Pause des Festkonzertes wurde der offizielle Festakt gefeiert.

Am Dienstag galt die Aufmerksamkeit der Festbesucher der Darbietungen unserer Dorfvereine. Die Gäste wurden durch einen Conférencier durch den Abend geleitet und anschliessend unterhielt das Romis-Quartett nochmals die Tanzlustigen.

…»

2020 – 4. VereinsfahneFahnenweihe vom 31. Oktober 2020